Diese Seite drucken

REFA

REFA (Reichsauschuss für Arbeitserfassung) ist ein Teil der Organisationslehre und beschäftigt sich mit der Erfassung und Analyse von Arbeitsvorgängen un Zeiten. Sinn ist dabei, jeden Arbeitsvorgang in Einzelschritte zu zerlegen, um einzelne Schritte zeitmäßig erfassen zu können.
Diese Zeiterfassung dient dann dem Ziel, die Gesamtzeit durch Reduzierung einzelner beeinflußbarer Komponenten zu verkürzen

Stabstellen für Arbeitsvorbereitung

Die Auslastung der Belegschaft, der Produktionsmaschinen bei gleichzeitiger Minimierung der Materialbereitstellungskosten und Verringerung des Verwaltungsaufwandes ist Ziel der Arbeitsplanung. Ihre Mittel sind abhängig von der Arbeitssystem und Fertigungssystemanalyse

Die Kostenkontrolle kann immer nur in Verbindung mit dem eingesetzten Arbeitsplatztypen geschehen, auch die Besetzung der Produktionsmittel hängt entscheidend von den Anforderungen der Produktionsweise ab.

Somit ergibt sich die Tatsache, das Arbeitsvorbereitung nur im Verbund der Abteilungen und der genauen Kenntnis der Produktionsabläufe einen Sinn ergibt

Diese Analyse führt dann in Zweigen der Produktion oder auch im Material und Vertriebswesen zu Rationalisierungsmaßnahmen.

Zuständige Stellen sind:

  • Die Abteilungsleiter, die Vorschläge ihrer Mitarbeiter weitergeben und auswerten
  • Die Produktmanager und Konstrukteure
  • Die Geschäftsleitung
  • Die Produktionsleiter als Kostenstellenanalytiker (Maschinenlaufzeiten, Produktkontrolle...)
  • Die Finanzstellen wie Buchhaltung und Lohnwesen

Arbeitsvorbereitung

Auftragszeit

Man versteht darunter diejenige Zeit, die für die Erledigung eines bestimmten Auftrages (oder Teilauftrages) durch einen Menschen insgesamt vorzugeben ist; sie schließt alle Rüst- und Auftragsarbeiten mit ein.

T = tr + ta

 

T Auftragszeit

in min.

tr Rüstzeit

in min

ta Ausführungszeit

in min



Rüstzeit:

darin ist die Zeit enthalten die der Vorbereitung der auftragsgemäß auszuführenden Arbeit, insbesondere der Betriebs- und Hilfsmittel und deren Rückversetzung in den ursprünglichen Zustand dient. Die Rüstzeit wird in der Pegel einmal je Auftrag (oder Teilauftrag) n benötigt.

Beispiele: Entgegennahme und Studium der Arbeitsunterlagen (Zeichnungen, Arbeitsplan, Lohnschein) usw. Werkzeuge beschaffen und Maschinen einrichten. Muster fertigen und kontrollieren. Arbeitsunterlagen und Werkzeuge nach Auftragserledigung zurückgeben.

Ausführungszeit: ta

Dies ist die Zeit, die für die Arbeit an allen Einheiten (z.B. Stücken) des Auftrages insgesamt vorzugeben ist.

Zeit je Einheit: te

dies ist die Zeit, die für die Ausführung der Arbeit, unabhängig von der Größe des Auftrages, je Einheit benötigt wird, m bedeutet die Anzahl Einheiten des Auftrages.

Daraus ergibt sich dann für die Ausführungszeit:

ta = m*te

 

ta = Ausführungszeit

in min.

te= Zeit je Einheit

in min.

m = Auftragseinheiten

in ME

Grundzeit:

tg

Sie umfaßt die Sollzeit, die regelmäßig anfallen und jeweils durch Zeitaufnahme oder Berechnung ermittelt werden.

Verteilzeit:   tv

Sie enthält alle Sollzeiten, die wegen unregelmäßigen Auftretens nicht bei jeder Zeitaufnahme oder Zeitberechnung erfaßt werden können. Diese Zeiten werden deshalb gesondert ermittelt und häufig als Prozentsatz der Grundzeit zugeschlagen.



Auftragszeit T

 

Rüstzeit
tr

 

 

 

Ausführzeit
ta = m * te

 

Rüstgrund
zeit trg

Rüsterhol
zeit trer

Rüstverteil
zeit trv

 

 

te (Zeit je Einheit)

 

 

 

 

 

Grundzeit
tg

Erholungszeit
ter

Verteizeit
tv

 

 

 

 

 

 

 

Tätigkeitszeit Tt

Wartezeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

beeinfluss-bare Tätigkeits zeit
Ttb

unbeinfl. Tätigkeitszeit
Ttu

 

Sachliche Verteilzeit
tp

persönliche Verteilzeit
ts

Beispiele

  • Herrichten und Säubern des Arbeitsplatzes bei Schichtanfang und -ende.
  • Maschinen bei Schichtbeginn in Gang setzen und bei Schichtende abstellen.
  • Maschine abschmieren und anlaufen lassen.
  • Werkzeuge schärfen und. ggf. umtauschen.
  • arbeitsbedingte Gespräche mit Vorgesetzten und Mitarbeiter.
  • arbeitsbedingte persönliche Säuberung.
  • Beseitigung kleiner Werkstückfehler.

Erholzeit: ter

Sie besteht aus Sollzeiten für das infolge der Tätigkeit notwendige Erholen des Menschen. Ihr Anteil an den Vorgabezeiten hängt von Höhe und Dauer der Beanspruchung des Menschen durch die Arbeit ab.

Damit ergeben sich für die Rüstzeit und die Zeit je Einheit folgende Gleichungen:

tr=trg + trer + trv

 

te=tg + ter + tv

 

 

 

 

 

tr = Rüstzeit

in min

te= Zeit je Einheit

in min

trg = Rüstgrundzeit

in min

tg= Grundzeit je Einheit

in min

trer = Rüsterholungszeit

in min

ter = Erholungszeit je Einheit

in min

trv = Rüstverteilzeit

in min

tv = Verteilzeit je Einheit

in min

Verteilungszeitprozentsatz: ZV

Die Verteilzeit wird durch Zeitaufnahme über längere Zeiträume ermittelt und mit Hilfe eines Verteilzeitprozentsatzes Z~ der Grundzeit zugeschlagen, indem man alle in die Verteilzeit gehörenden Zeiten zusammenfaßt und auf die Summe der ebenfalls in der Zeitaufnahme erfaßten Grundzeiten prozentual bezieht.

Verteilzeitprozentsatz zv =

Summe der Verteilzeiten * 100%
Summe der Grundzeiten



Damit läßt sich die Verteilzeit und die Rüstverteilzeit berechnen:

Verteilzeit

tv=

zv
100

*tg

ZV=

åTV
åTG

Rüstverteilzeit

trv=

zrv
100

*trg

 

(Verteilungszeitprozentsatz)

tv

- Verteilzeiten in min

tg

= Grundzeit in min

zv

= Verteilzeitprozentsatz in %

trv

= Rüstverteilzeit in min

100

=in %

trg

= Rüstgrundzeit in min

Belegungszeit

Siehe Diagramm Auftragszeit

TbB = t rB + t a
trB = trgB + t rvB
taB = m x t eB
t eB = tgB + t vB
tgB = tn + th + tb
tvB = Zv / 100% * tgB

Lohnberechnung

Akkordrichtsatz (AR) = Tariflohn [T] x Lohnfaktor (Lf)
Minutenfaktor = Akkordrichtsatz / 60
Akkordbruttoverdienst (VA) = Minutenfaktor (Mf) x Vorgabezeit (T) (i. e. Auftragszeit)
Realakkordlohn (pro Stunde)= Akkordbruttoverdienst / tatsächliche Auftragszeit

Leistungsfaktor: L = TVorgabe
TTatsächlich
* 100%

Beispiel:


T=tr+m * te
tr= 40 min, te= 13 min, m = 20; also ist T=13*20 + 40 [min] = 300 [min]
AR = T * Lf
T = DM 14,- Lf = 15%; also ist AR = 14,- * 0,15 = DM 16,10 Þ Mf = AR / 60 = 16,10 : 60 = 0,268 DM
VA = T * Mf Þ VA = 300min * DM 0,268 =DM 80,50

Der Arbeitnehmer braucht statt 300 min nur 250 min; wie hoch ist sein Akkordstundenlohn (brutto)?


Þ(300 * 16,10 ) : 250 = DM 19,32 oder DM 80,50 : 250 min * 60 min = 19,32 DM

Netzplan

Der Netzplan gibt Aufschluß über die tatsächlich mögliche Zeit zur Erfüllung eines Auftrages und die Mindestzeit. Er unterteilt den Arbeitsvorgang in verschieden Zweige, die mit unterschiedlichen Laufzeiten in das Endprodukt münden. Die Auslastung eines Zweige kann hierbei genau vorhergesagt werden und freie Kapazitäten in einzelnen Zweigen zur Erfüllung weitere Aufträge werden nutzbar, außerdem ist ein sogenannter Kritischer Zweig ohne Pufferzeiten ersichtlich.

Somit ist der Netzplan ein Instrumentarium zur Terminvorhersage/ -planung

Vorgangsnummer

Vorgangsbezeichnung ( optional)

FAZ
(frühester Anfangszeitpunkt)

D (Vorgangsdauer)

FEZ
( Frühester Endzeitpunkt)

SAZ
(spätester Anfangszeitpunkt)

GP
(Gesamtpuffer)

SEZ
(Spätester Endzeitpunkt)

und Kapazitätsanalyse. Man errechnet damit die Durchlaufzeit eines Auftrages


vorherige Seite: Organisationslehre
Nächste Seite: Rechtsgrundlagen - Einleitung