Wareneingang
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Geschrieben von: Ulrich Knops   
Donnerstag, den 23. November 2006 um 11:41 Uhr

Wareneingang

Der Wareneingang ist ein Vorgang, der zu einer Bestandserhöhing fĂŒhrt und einen Besitzerwechsel von Waren darstellt. Im Warenwirtschaftssystem eines Betriebes ist der buchungstechnische Wareneingang mit der Buchung einer Verbindlichkeit gegen den Lieferanten auf der einen, einem Haben auf dem Konto des Lagers auf der anderen Seite verbunden. Dieser Eingang fĂŒhrt also zu einer Bestands und Wertmehrung des Unternehmens - daraus resultiert jedoch auch eine Kapitalbindung, da die VerĂ€ußerung und Weiterverarbeitung erst nach einer Zeit vollzogen werden kann. Daher versucht man stets, die BestĂ€nde (durchschnittlicher Lagerbestand) so gering wie möglich zu halten.

Der Wareneingang ist im TĂ€tigkeitsfeld des Lagers anzusiedeln und ist Teil der Materialwirtschaft.Er findet in der Warenannahme eines Unternehmens statt. Einem Eingang liegt stets eine Bestellung aufgrund einer Materialanforderung im Abschluss des Beschaffungsvorgangs zugrunde - alternativ die Verbuchung retournierter Ware, die allerdings ein (ungeplanter) Zugang ist. Er vollzieht sich in mehreren Schritten:

  1. Die Warenannahme

    Die Warenannahme beinhaltet als Vorgang die folgenden Teile:

    • Die Bereitstellung der Ware durch den Anlieferer
    • Die Kontrolle der Lieferanzeige (Lieferschein - Frachtbrief) in Hinsicht auf Absender und EmpfĂ€nger [Ist die Ware fĂŒr uns?] - PlausibilitĂ€tsprĂŒfung
    • Die ÜberprĂŒfung der Collizahl und der Ă€ußerlichen Unversehrtheit des Transportgutes, Feststellung von TransportschĂ€den und Transportmengenabweichungen, Vermerk auf dem Frachtbrief oder Ă€hnlichen Papieren (auch elektronische Systeme, beispielsweise von UPS, bieten diese Möglichkeit)- u.U. findet die Eingangskontrolle schon beim Empfang statt.
    • Das Abladen des Transportgutes durch den EmpfĂ€nger (das ist nach Transportrechts-reformgesetz eindeutig Sache des WarenempfĂ€ngers - nicht des Anlieferers). Das Abladen kann der Kontrolle vorangehen, in diesem Fall muss gewĂ€hrleistet sein, dass die Übergabe der Papiere an den Anlieferer erst nach der Kontrolle erfolgt!
    • Die Verbringung in den Wahrenanahmebereich des Lagers, falls rĂ€umlich von der Annahmestelle getrennt und falls notwendig.
  2. Die Eingangskontrolle

    Die eigentliche Eingangskontrolle findet im Wareneingangsbereich des Lager statt. Sie besteht im Wesentlichen aus den Schritten:

    • Lieferscheinkontrolle auf VollstĂ€ndigkeit aller Bestellangaben und Artikelbezeichnungen
    • Bestellkontrolle, also die Zuordnung einer Bestellung zum Lieferschein
    • Mengen und Typenkontrolle (VollstĂ€ndigkeit und Richtigkeit der angegebenen Positionen auf dem Lieferschein)
    • Stichprobenentnahme fĂŒr die QualitĂ€tssicherung
    • MĂ€ngelfeststellung und Quittierung aller Artikel und Positionen
    • Erstellung einer Wareneingangsanzeige / Lieferanzeige



  3. Sperrlagerung (Nur bei separatem QualitĂ€tssicherungsverfahren ĂŒber Stichprobenentnahme und Freigabe oder Zollvorschrift, sog. Zollsperrlager)

  4. Freigabe durch die QualitÀtssicherung oder den Zoll

  5. BestandmĂ€ĂŸige Erfassung

    Diese erfolgt nach Freigabe durch die QualitĂ€tskontrolle oder - bei möglicher Chargenreiner Einlagerungsmöglichkeit- schon im Vorfeld der Einlagerung.Gemeint ist die buchungstechnische Erfassung im Materialbuchungssystem des Lagers, also die Buchung der Bestandserhöhung in der Lagerbuchhaltung. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als „Ware vereinnahmen“ oder „Lieferschein vereinnahmen“.
    Diese Zubuchung erfolgt mit einem Beleg ĂŒber den Lieferschein oder einen separat zu erstellenden Wareneingangsschein auf Grundlage der Bestellung und des Lieferscheins.

    Eine Korrektur der Buchungsmenge ist immer dann notwendig, wenn eine Mengenabweichung schon bei Lieferung vorliegt, eine Liefermenge von der Bestellmenge abweicht, oder eine Teillieferung erfolgt.

  6. Einlagerung

    Die Einlagerung und Verteilung auf die Lagerorte schließt den Vorgang des Eingangs ab. Zudem kann aufgrund der Disposition (Vorplanung) eine direkte Zuordnung zu AuftrĂ€gen erfolgen - Dies kann einerseits von den Mitarbeitern selbst nach Vorgabe des Systems erledigt werden, oder aber zentral von der Verwaltungsstelle veranlasst werden - je nach dem, ob der Buchungsvorgang im BĂŒro oder vor Ort stattfindet (zentrale - dezentrale Buchungsstelle)

    Wichtig bei der Einlagerung ist die unbedingte Einhaltung des vorgegebenen Lagerprinzips (FIFO, oder LIFO, oder keins), die Kontrolle des Lagerortes, die Gegenkontrolle der Einlagerungsmenge und die Auflistung der eventuellen PufferplÀtze und Mengen. Die Lagerplatzkarte (sofern noch vorhanden) muss entsprechend aktualisiert werden.

Der zeitliche Ablauf und Zusammenhang der einzelnen Arbeitschritte kann situationsbedingt unterschiedlich sein, jedoch ist ein Außerachtlassen auch nur eines Arbeitsschritt nicht mehr mit einem QualitĂ€tsmanagement vereinbar und kann zu Fehlern fĂŒhren, die sich unter UmstĂ€nden bis ins Endprodukt fortpflanzen. Weitehin muss die Einhaltung der Frist fĂŒr MĂ€ngelrĂŒge und Reklamationen gegen den Lieferanten gewahrt bleiben. Bei verspĂ€teten Anzeigen von MĂ€ngeln (es sollten eigentlich nur noch verdeckte MĂ€ngel - Ă€ußerlich nicht erkennbarer Transportschaden möglich sein) kann unter UmstĂ€nden der Rechtsanspruch erloschen sein.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 11:48 Uhr
 
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